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In der Inszenierung »Null« werden wir auf aktuelle Weise mit der alten Frage nach der deutschen Schuld konfrontiert. Die Ex-Nazis Michael und Ernst, sein Sohn Null und die Jüdin Sandra treffen an der Berliner Mauer aufeinander.

In Verknüpfung mit der Frage nach den verpatzten Neuanfängen in den Republiken West- und Ostdeutschlands entsteht generationenübergreifend das momentane Abziehbild einer gescheiterten gemeinsamen deutschen Gesellschaft. Im exemplarischen Streit der Glaubenssysteme der Nationalsozialisten versus der Juden und Christen (des Abendlands) bekommt die deutsche Schuldfrage hier eine Höhe, eine ihr angemessene Dimension, die bis heute verfehlt wurde.

In Synthese mit dem bewusst reduzierten, aber spannungs-
reich positionierten Spiel der Figuren wird Sprache als raumgreifende Skulptur spürbar.

Das führt zu einer direkten Erfahrbarkeit von Form und Funktion der nationalsozialistischen Herrschaftssprache.





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